Ewer MOEWE
Die MOEWE zählt zu der Schiffsgruppe der Ewer. Besanewer heißt sie deshalb, weil sie zwei Masten hat, der hintere von beiden ist der sogenannte Besanmast.
Die MOEWE wurde 1907 für
den Elbschiffer Martin N. Fischer aus Wilster als Frachtsegler von der
Werft von Heinrich Fack in Itzehoe gebaut.
Als Lägerdorfer Ewer durfte das Schiff bestimmte Abmessungen nicht
überschreiten, damit sie Schleuse und Brücken des Lägerdorfer Kanals passieren konnte. Dies war vonnöten, denn die Frachten
der MOEWE waren Kohlen von Hamburg nach Lägerdorf und Zement von der
dortigen Zementfabrik zurück nach Hamburg. Unter ihrem zweiten Eigner fährt
das Schiff dann als Binnenschiff. Zu diesem Zweck wird der hintere Mast
entfernt und das ganze Schiff um 5,00 m verlängert, außerdem wird
der erste Motor eingebaut, mit dessen Hilfe die MOEWE nun vornehmlich
fährt.
Bereits in den 60er Jahren kommt sie außer Fahrt. Das völlig leergeräumte Schiff fällt einem
Bastler in die Hände, der es mit einem starken Maschinenpark ausrüstet
und mit hohen Aufbauten verunziert.
Als er im Nachhinein erfährt, dass noch Hypotheken von fast 20.000 DM
auf dem Schiff lasten, baut er seinen Ausrüstung auf ein weiteres
Schiff um und die MOEWE ist zu verschenken.
1977 übernimmt sie daraufhin Bernd
Alm, Holzschnitzer aus Hamburg, dem es innerhalb
kürzester Zeit gelingt, die Schuldner ausfindig zu machen und deren
Forderungen zu minimieren.
Unter seiner Regie wird das Schiff in den folgenden Jahren komplett
restauriert; es wird verkürzt und der zweite Mast wird wieder gestellt.
Viele wunderschöne Details aus seiner Arbeit (kleine Schnitzereien,
etc.) sind heute an Bord dieses Schiffes zu bewundern.
1983 segelt die MOEWE erstmals im Originalzustand wieder, es folgt ein
Innenausbau und ein Stillstand. Nach 6- jähriger Aufliegezeit übernimmt
der Museumshafen Oevelgönne im Herbst 1997 das Schiff und gibt es in die
Verantwortung eines Förderkreises. MÖWE steht für Ausfahrten oder Feiern
zur Verfügung.
Technische Daten
| Baujahr, Ort, Werft | 1907, Itzehoe, Heinrich Fack |
| Schiffsgattung | Besan-Ewer |
| Länge | 17,86 m |
| Breite | 4,11 m |
| Tiefgang | 1,00 m |
| Verdrängung | 31 BRT |
| Baumaterial und Bauweise | Stahl, genietet, Plattboden |
| Maschine | 28 PS |
| Takelung | Gaffelketsch |
| Segelfläche am Wind | Ca. 150 qm |
| Restaurierung | 1977 |
| Eigner | Museumshafen Oevelgönne e.V. |
