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See-Ewer AMAZONE

Die AMAZONE gehört zum Schiffstyp der "See-Ewer". Dies sind große plattbodige Frachtsegler der Niederelbe, die für die Küstenfahrt auf Nord- und Ostsee gebaut wurden.


1909 gab Kapitän Ossenbrüggen aus Haseldorf an den Werftbaas Jacobs in Moorrege (bei Uetersen) den Auftrag zum Bau dieses Schiffes. Die AMAZONE gehörte damit zu einer Serie von sechs See-Ewern, die auf dem Höhepunkt des Schaffens dieser rührigen Werft gebaut wurde. Schiffe dieser Baureihe waren als "Jacobs-Riesen" bekannt; trotz der wirtschaftlichen Anforderungen (geringe Baukosten und hohes Ladevermögen) an diese Schiffe, baute Jacobs formschöne schnelle Ewer mit ca. 100 Tonnen Ladevermögen. Von ihnen sind bis zum heutigen Tag lediglich zwei erhalten geblieben.


Die AMAZONE hat in ihrem Leben einige Umbauten erhalten, so wurde sie um 10 m verlängert und um 30 cm erhöht. Während des Einbaus der ersten Maschine, in den dreißiger Jahren, wurde das hölzerne Kochhaus durch ein eisernes Roof mit Ruderhaus ersetzt. Darin wurde auch die achtere Kajüte eingebaut. Reduzierung der Segelfläche, Abbau der Seitenschwerter, Veränderung der Luken etc. gingen damit einher und sind Ergebnis der technischen Entwicklung und des wirtschaftlichen Konkurrenzkampfes, dem diese kleinen Schiffe, ihre Eigner und die Besatzung ausgesetzt waren.


Bis 1980 war die, mittlerweile in GÜNTHER umbenannte AMAZONE, mit 220 Tonnen Ladevermögen und einer Länge von 34 m, von Wischhafen aus auf Frachtfahrt in Nord- und Ostsee sowie nach Dortmund hinauf unterwegs. In den letzten Jahren verdiente sie ihr Geld mit Altglastransporten von Helgoland für eine Wischhafener Müllfirma.

 

1984 wurde das abgewirtschaftete Schiff von einer Eignergemeinschaft erworben, in AMAZONE zurück benannt und in den folgenden Jahren saniert und restauriert. Die Eigner nutzten ihren Motorsegler privat und beheimateten ihn in Hamburg und Heiligenhafen. 1997 ging die AMAZONE an eine neue Eignergemeinschaft über. Diese begann den Umbau des Schiffes zurück zu einem Traditionsschiff. 1999 hat die AMAZONE wieder Gaffelsegel und Seitenschwerter bekommen, gesteuert wird sie ohne Ruderhaus. 2001 wechselte der Eigner wieder. Ein gemeinnütziger Verein führt auf der AMAZONE Fahrten und Veranstaltungen mit unterschiedlichen Menschen und Gruppen durch. Das Fahrtgebiet ist nun die Elbe, das Nordfriesische Wattenmeer und die Ostsee. Aus dem Erlös dieser Törns soll der langfristige Erhalt dieses alten See-Ewers sichergestellt werden.

Technische Daten

Baujahr, Ort, Werft 1909, Moorenge bei Uetersen, Jacobs
Schiffsgattung See-Ewer Plattbodenschiff
Takelung Anderthalb Master (Ketsch), gaffelgetakelt
Segelfläche am Wind Ca. 300 qm
Länge Rumpf 24 m
Breite 5,30 m
Seitenhöhe 2,40 m
Ramgehalt 72 BRZ
Tiefgang 1,30 m / 3,50 m (mit Schwert)
Baumaterial und Bauweise Stahl genietet
Maschine, Baujahr DeutzV8, 180 PS, Hilfsdiesel: Hutz 9 PS
Unterkünfte 25 Personen auf Reisen; in Tagesfahrt 30 Personen
Eigner privat
Riss See-Ewer AMAZONE

Wenn Sie Interesse an einem solchen Törn haben, so können Sie Genaueres erfahren über:


Sönke Lüneburg 
Seegelschiff AMAZONE
Bildungswerk Nordseewatten e.V.
Griegstr. 108
22763 Hamburg


www.amazone-segeln.de
www.jonas-von-friedrichstadt.de 

Möchten Sie "dat Schipp un´ sin Lüd" kennen lernen, so kommen Sie ruhig nach Absprache mit dem Schiffer und der Besatzung an Bord.